Der Film Digital Duende entstand aus Anlass des zehnjährigen Todestages des wohl berühmtesten Sängers der jüngeren Flamencogeschichte: Camarón de la Isla. Er ist zugleich ein Porträt und eine quirlige Mischung aus Roadmovie, Musikdokumentation und Reportage.
Eine Reihe junger und renommierter Flamenco-Künstler sprechen darin über ihre Beziehung zu Camarón, über ihre eigene Musik und wie das große Vorbild sie geprägt hat.
Der Zuschauer begegnet auf sehr persönlicher Ebene namhaften Künstlern wie Arcángel, Mayte Martín, Diego el Cigala, Tomasíto, Gerardo Nuñez und anderen. Teilweise werden Konzertmitschnitte eingespielt. Außerdem äußern sich Zeitgenossen Camaróns, Flamenco-Experten wie der deutsche Professor für Soziologie in Sevilla, Gerhard Steingress ("Zur Kultursoziologie der andalusischen Moderne") und Fans.
Gedreht wurde in Barcelona, Madrid, Sevilla, und San Fernando/Cádiz. Die Filmemacher bedienen keine typischen Zigeuner- oder Folklore-Klischees.
Zwar bleibt digital duende unkommentiert (auf einen OFF-Kommentar wurde verzichtet). Dafür überrascht die auf Mini-DV gedrehte Doku immer wieder mit einem zuweilen ironischen Blick auf den Kult um den Sänger Camarón, die mitunter schrullige Flamencoszene und auf Spanien allgemein.
Entstanden ist ein spannendes Genreporträt über die moderne Flamencoszene, das die Risse und Brüche darin zeigt ohne die Schönheit und Authentizität der Musik zu verraten.